In der 18. Begegnung der beiden nordbadischen Rivalen kam der Süddeutsche Meister lediglich durch ein Elfmetertor zum Sieg. Der Erfolg ist indessen verdient, da die Karlsruher nicht nur die größeren Chancen, sondern in der entscheidenden Schlußphase auch die bessere Kondition aufzuweisen hatten. Die Zurücknahme von Szymaniak gab der Deckung einen größeren Halt, wenngleich der Nationalspieler diesmal von seinem Partner Schwall, der den pausierenden Kapitän Ruppenstein vertrat, in kämpferischer Hinsicht noch übertroffen wurde. Die beiden Außenläufer glänzten besonders durch ihre weiten Vorlagen. Im Sturm war Reitgaßl diesmal mit Abstand der beste Spieler. Seine schnellen Läufe die Linie entlang und seine stets zur rechten Zeit kommenden präzisen Flanken schufen immer wieder heikle Situationen vor dem Waldhof-Tor. Auch Nedoschil hatte einige gute Momente, wenngleich er auch nicht die Leistung Reitgaßls erreichte. Weniger überzeugend wirkte der Innensturm, in dem zwar Wischnowski ein ungeheures Arbeitspensum erledigte, dagegen Herrmann trotz einiger guter Szenen hinter den zuletzt gezeigten Leistungen zurückblieb. Späth ist nicht die Idealbesetzung für den Mittelstürmerposten. Bei drei guten Gelegenheiten stand ihm allerdings auch das Glück nicht zur Seite. In der Karlsruher Deckung erreichte Dimmel nicht die Form seiner Neben -und Vorderspieler, was vor allem dem gefährlichen gegnerischen Linksaußen Straub zugute kam, der dadurch immer wieder in den Karlsruher Strafraum eindringen konnte. Stopper Rihm war deshalb wiederholt gezwungen, auf der rechten Seite auszuhelfen, so daß dem ohnehin sehr agilen und ständig rochierenden Mittelstürmer Sinn damit noch mehr Spielraum gegeben wurde. Die übrigen Waldhof-Stürmer erreichten allerdings nicht die Leistung dieser beiden Spieler. Sehr gut war die gesamte Hintermannschaft, aus der der hervorragende Torwart Kobberger noch herausragte. Nicht minder erfolgreich war die von Höfig organisierte und dirigierte Abwehr. Lediglich in der Schlußphase ließen die im zweiten Durchgang überlasteten Waldhof-Deckungsspieler etwas nach, doch konnten die Karlsruher aus ihren Feldvorteilen kein Kapital schlagen. Der spielentscheidende Treffer resultierte aus einem von Reitgaßl in der 65. Minute verwandelten Handelfmeter, den der Waldhof-Rechtsaußen Pilz, der zur Hilfe in die eigene Abwehr zurückgeeilt war, verschuldete. Adolf Rohrhirsch (Quelle:“Kicker-Sportmagazin“ vom 06.02.1961)

 

22.Spieltag, Karlsruher SC – SVW 1:0 (0:0), Sonntag, 01.02.1961, Wildparkstadion / SR: Fackler (München), Zuschauer: 10.000 / Karlsruhe: Paul – Dimmel, Witlatschil – Schwall, Rihm, Szymaniak – Reitgaßl, Herrmann, Späth, Wischnowski, Nedoschil – Trainer: Edmund Frühwirth / SVW: Kobberger – Walz, Behnke – Kleber, Höfig, Lederer – Pilz, Kraft, Sinn, Klein, Straub – Trainer: Arpad Medve / Tor: 1:0 Reitgaßl (65., Handelfmeter Pilz)