Bericht Saison 2011/12

Für einen Aufsteiger ist das erklärte Ziel für die Folgesaison in der Regel der "Klassenerhalt". Nun gab es in dieser aufgrund der anstehenden Regionalliga-Strukturreform auch für die Besucher ungewöhnlichen und wenig dramatischen Spielzeit 2011/12 keine Absteiger. Nüchtern betrachtet hat der SV Waldhof sein selbst gestecktes Ziel, einen einstelligen Tabellenplatz, mit Rang zwölf am Ende zwar verfehlt. Theoretisch und unter Berücksichtigung zahlreicher zum Teil langwieriger Ausfälle von Leistungsträgern das Klassenziel "pro forma" aber doch erreicht. Drin gewesen wäre mehr: Vor allem die eklatante Abschlussschwäche verhinderte dies.

Was war das für eine Saison nach dem Aufstieg im Juni 2011? Noch getragen von der Oberliga-Meisterschaft, setzte der SVW mit dem 3:0 am ersten Spieltag beim FC Ingolstadt II ein erstes Ausrufezeichen und eroberte sogar die Tabellenspitze. Für die vielen "Berufsoptimisten" im Umfeld des Alsenwegs stand da bereits fest: Ein "Durchmarsch" in Liga Drei ist möglich - wir sind oben mit dabei. Gegen Meister Stuttgarter Kickers gab es im ersten Heimspiel nicht nur ein 0:0, sondern mit 6750 Zuschauern auch den besten Saisonbesuch im Carl-Benz-Stadion. Insgesamt verfolgten 57 233 Zuschauer die 17 Heimspiele der Blau-Schwarzen (Schnitt 3336). Die kalkulierten 3500 wurden knapp verfehlt.

 

Es folgten die ersten Schüsselszenen einer ganzen Runde: Beim 3:3 am dritten Spieltag beim 1. FC Nürnberg II musste die Elf von Trainer Reiner Hollich bereits auf Kapitän Jurij Krause verzichten. Der Abwehrchef fiel wir Torhüter Michael Lutz die komplette Runde aus. Zu allem Übel kassiert der SVW nach einem Hattrick des in dieser Spielzeit mit zwölf Toren erfolgreichsten Angreifers Vllaznim Dautaj in der Nachspielzeit noch den unglücklichen 3:3-Ausgleich. Vorbei war es mit der Euphorie. Spätestens aber nach der unnötigen 1:2-Heimniderlage gegen die U23 des FC Bayern München. Der SVW landete in der Regionalliga-Realität. Alleine neun der insgesamt 15 Niederlagen gab es gegen die taktisch, technisch und spielerisch gut ausgebildeten Zweitgarnituren der Profiklubs. Undiszipliniertheiten häuften sich. Sechs Feldverweise bis Mitte der Hinrunde (es kam keiner mehr hinzu) schwächten das Team, vor allem aber auch die stetig wachsende Zahl der Verletzungen. Und es reifte nicht nur bei Hollich und dem Sportlichen Leiter Günter Sebert die Erkenntnis, dass etliche Spieler in Liga vier ans eigene Limit stießen. Hinzu kamen Enttäuschungen. So konnte Rückkehrer Christopher Hock nie jene Führungsrolle übernehmen, die er einst als Kapitän inne hatte. Er wurde zur Winterpause aussortiert, genauso wie auch Giancarlo Pinna.

Waldhof rutschte ins triste Mittelfeld ab. Was blieb, war die Hoffnung auf den Gewinn des Badischen Krombacher-Pokals und die damit verbundene Qualifikation für den DFB-Pokal. Doch auch dieser Traum platzte im Viertelfinale gegen Oberligist SpVgg Neckarelz vor heimischem Publikum. Eine von vielen verlorenen Partien im Benz-Stadion. Gerade 20 Punkte holten der SVW vor seinen Fans und ist so das drittschlechteste Heimteam. Einen Spitzenwert (neben der Zuschauerzahl) gab es dennoch. Mit 14 Gelben Karten in 25 Spielen sah Klaus Gjasula so häufig den Karton, wie kein anderer Spieler der Liga.

 

Erfreuliches gab es aus den Nachwuchs- bzw. Jugendabteilungen zu vermelden: Die U23 (2.Mannschaft) der Blau-Schwarzen schaffte nach einem personellen Umbruch unter Trainer Frank Hettrich rechtzeitig den Klassenverbleib in der Verbandsliga Nordbaden, nach nur einem Jahr die B-Jugend (U17)  unter Trainer Bernd Großmann den Wiederaufstieg in die Bundesliga. Und auch der C-Jugend (U15) gelang unter Trainer Christian Schmitt den Sprung in die höchste Spielklasse. Einen Wehrmutstropfen gab es dennoch für die A-Jugend (U19): Nach nur einem Jahr Bundesliga musste das Team um den scheidenden Trainer "Steps" Groß nach dem letzten Spieltag unglücklich den erneuten Gang in die Zweitklassigkeit antreten.