Bericht Saison 1914/15

Am 31.Juli 1914 wurde über ganz Deutschland der Kriegszustand erklärt. Der erste Weltkrieg hatte begonnen. Dieser wirkte sich natürlich auch stark auf den Fußball und den Spielbetrieb aus. Sportplätze wurden teilweise wieder als Militäranlagen genutzt, Reisen zu Auswärtsspielen waren erschwerlicher oder unmöglich und viele andere kleine und große Probleme standen einem geregelten Spielbetrieb entgegen. Das Hauptproblem war aber die Abstellung der Spieler zum Militär. Die Fußballvereine mussten auf Jugendliche und Senioren zurückgreifen um überhaupt eine komplette Elf aufstellen zu können. Zeitweise konnten Spieler auf Heimaturlaub oder in der Nähe stationierte Gastspieler eingesetzt werden. Aber im Vergleich zu den Vorjahren waren alle Mannschaften erheblich geschwächt und können nicht an den bisherigen Leistungen gemessen werden. Offensichtlich war besonders der SV Waldhof hiervon betroffen, denn die Ergebnisse des Vereines in diesen Kriegsjahren waren teilweise unglaublich schlecht.

 

Trotz aller Widrigkeiten entschlossen sich die Mannheimer und Ludwigshafener Vereine bereits im September 1914 eine Spielrunde unter den Bedingungen der Verbandsspiele auszutragen. Die Erlösse dieser Spiele sollten der Kriegshilfe der beiden Städte zugute kommen. Hierbei sollten die drei vermeintlich stärksten Mannschaften jeder Stadt gegeneinander antreten. Erstmals war auch der SV Waldhof in diesem Kreis, der sich hinter dem VfR Mannheim und dem MFC Phönix als dritte Kraft in Mannheim etabliert hatte.

 

Im Laufe dieser Saison trat ein Spieler in den Reihen des SVW erstmals in Erscheinung, über den noch einiges zu berichten sein wird: Joseph "Seppl" Herberger, späterer Bundestrainer und Weltmeister.