Der Start eines neuen Wettbewerbes

Am 6. Januar 1935 begann eine neue Epoche im deutschen Fußball: Die des reichsweiten Vereinspokals. Benannt nach dem nationalsozialistischen Sportführer Hans von Tschammer und Osten, der gemeinsam mit Fußballbund-Führer Felix Linnemann den Pokalwettbewerb aus der Taufe gehoben und zudem die Trophäe gestiftet hatte, war die seit langem beklagte Lücke im deutschen Fußballsystem endlich gestopft worden. Nun gab es zusätzlich zur deutschen Meisterschaft noch einen weiteren populären und landesweiten Titel - das Vorbild England ließ grüßen. "Ein richtig aufgezogener Pokalwettbewerb kann den Klubs während der meisterschaftslosen Zeit die Beschäftigung bringen, die sowohl für die Erhaltung der Form, wie auch für die materielle Erhaltung der Vereine notwendig ist. Er kann darüber hinaus aber auch dem Fußballsport neue Massen und andere Vorteile zuführen", gab der »Fußball« dem neuen Wettbewerb entsprechend lobende Worte mit auf den Weg. Ein Renner war der Pokalwettbewerb zunächst allerdings nicht. Die Zuschauerzahlen hielten sich mit wenigen Ausnahmen in Grenzen, und sportlich gab es selten Hochklassiges zu sehen.

 

Der Ablauf: in der Runde am 06.01.1935 trafen exakt 2.952 Kreisklassenmannschaften aufeinander, um sich, zunächst innerhalb des eigenen Kreisgebietes, gegenseitig zu eliminieren. Im Gegensatz zu den Gauligisten (1.Liga) und den Bezirksklassenteams (2. Liga) war den Kreisligisten die Teilnahme übrigens freigestellt. In der nächsten Runde, die im April ausgetragen wurde, griffen dann die rund 1.000 Bezirkslassenteams ins Geschehen ein, wodurch auch die Kreisgrenzen überschritten wurden. Richtig ernst wurde es aber erst ab der 1.Hauptrunde, die im Mai über die Bühne ging. Daran nahmen auch die Gauligisten teil (wobei die Meister grundsätzlich von der Teilnahme befreit waren, eine Regelung, die jedoch nicht in allen Gauen konsequent angewandt wurde), so dass der legendäre Pokalreiz „David gegen Goliath“ erstmals konkrete Formen annahm. Um für das Publikum möglichst attraktive Paarungen zu erreichen und den Fans „neue“ Mannschaften aus anderen Gebieten zu präsentieren, wurden sogenannte „Gaugruppen“ gebildet, in denen Teams aus drei benachbarten Gauen aufeinander trafen.



Von Beginn an litt der Pokalwettbewerb allerdings unter einer gewissen Unübersichtlichkeit sowie zahlreichen organisatorischen Pannen. Die frühen Runden beispielsweise kollidierten terminlich mit den Endrundenspielen um die deutsche Meisterschaft bzw. mit den Aufstiegsspielen zur Gauliga oder Bereichsklasse, so dass einerseits die Zuschauerzahlen niedrig blieben, und andererseits Mannschaften, die in den Aufstiegsrunden engagiert waren, sich plötzlich zurückzogen oder nur mit der zweiten Vertretung weiterspielten.

 

Die Spiele des SV Waldhof in der Gaugruppe Nieder-/Mittelrhein/Südwest und Baden:

 

1.Runde: 18.05.1935 SV Waldhof - FK Pirmasens 3:2 (nur Erbebnis bekannt)

2.Runde: 02.06.1935 SV Waldhof - Ludwigshafener SC Pfalz 5:2 (nur Ergebnis bek.)

3.Runde: 13.06.1935 SV Waldhof - VfB Mühlburg 4:1 (nur Ergebnis bekannt)

 

12 Sieger aus der 3. Hauptrunde  (darunter u.a. auch die Vereine FC Egelsbach, Wormatia Worms, Karlsruher FV, SV Hamborn 07, Kölner SC 99, Eintracht Kreuznach, FV 1908 Homburg, Freiburger FC, FV Bretten, Fortuna Düsseldorf und der Kölner CfR) qualifizierten sich für die 1. Schlussrunde in der darauffolgenden Saison 1935/36.